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Oslos neuer Hauptbahnhof

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Seit der Eröffnung des Opernhauses in Oslo möchte ich darüber berichten; war es doch mein Diplomthema, das jetzt in der Nachbarbucht Realität geworden ist. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Nun kommt ein Beitrag über OsloS, dem Hauptbahnhof von Oslo dem Opernhaus zuvor – wenn auch nur auf diesen Seiten.

Im Juni wurde der Wettbewerb für den Umbau des Hauptbahnhofes in Oslo entschieden. Diesen gewann das norwegische Büro SpaceGroup, das auch in Oslo selbst beheimatet ist.

Der Bahnhof in seiner heutigen Form ist in seinen Ausmaßen über die Jahrzehnte gewachsen und erweitert worden. Das ehemalige Bahnhofgebäude ist längst zum (Einkaufs-)Nebenschauplatz geworden. Auch heute schon gelangt der Reisende von mehreren Seiten durch mehr oder minder große Eingänge und Gänge in die Bahnhofshalle, eine flache Flunder, die auch den heutigen Massen nicht immer Herr ist. Somit war dieser Wettbewerb fällig und der Preisträger kann sich sehen lassen.
Leider habe ich bisher nicht die anderen Teilnehmerbeiträge gesehen; vielleicht kann ich diese mal nachreichen.

Wer sich von dem heutigen Zustand ein Bild machen möchte und GoogleEarth installiert hat, kann hier eine kmz-Datei herunterladen.

Das unten abgebildete Computermodell zeigt das Areal des Hauptbahnhofes von Nordwesten aus. Am oberen rechten Bildrand erkennt man die neue Oper, obenlinks sind die Gleisanlagen erkennbar, untenlinks sieht man eine Ecke von Oslos Veranstaltunsghalle Spektrum, in der viele Großveranstaltungen (Konzerte etcpp) stattfinden, und rechtsunten liegt der Bahnhofsvorplatz mit dem Anfang der Karl Johans gate, der Verbindung zwischen Bahnhof, Parlament und Schloss.

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SpaceGroup entfernt nun die flache Halle des bestehenden Komplexes, lässt den Vorplatz zu den Gleisen ansteigen und setzt in die Lücke einen neuen Baukörper, den sie „das Kristall“ nennen. Zum Bahnhofseingang niedrig und zum Vorplatz und der Karl Johans gate hoch hinaufsteigend soll es unter anderem ein 5-Sterne-Hotel und die Touristeninformation beherbergen. Mir gefällt die Proportion, die der Platz nun durch das neue Gebäude erhält. Er franst nicht mehr so stark aus und bekommt durch das Hotel einen Hochpunkt.

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Der Clou ist der Bogenriegel, der in seiner einzigartigen Formensprache zum einen klar die Besonderheit der Funktion und durch die Form des Bogens auch die Eingänge zu einem öffentlichen Gebäude kennzeichnet. Unter dem Riegel können die unterschiedlichen Höhen der Umgebung aufgefangen werden. Sehr eindeutig macht dies die Schnittzeichnung, die auf der Seite des Projektes angeschaut werden kann.

Unten sieht man in einer Nachtansicht links den Kristall, der sich nicht wie vielleicht vermutet gleich einer Pyramide nach oben verjüngt und zurückweicht, sondern zum Bahnhpfsvorplatz eines senkrechte Fassade mit nach rechts geneigter Seite zeigt. In der Mitte ist das alte Bahnhofsgebäude, das schon heute zur Markthalle umgebaut ist und höchstens zusätzliche Gepäckaufbewahrungsboxen für den Bahnreisenden bereitstellt. Ganz rechts schaut der Bogenriegel hervor, der auch im obrigen Bild sich zur Bucht und der Oper öffnet.

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Das folgende Bild zeigt den geplanten Innenraum der (im Modell: goldenen) Spange. Zu erkennen sind die Bögen mit den Oberlichtern sowie die Zugänge zu den Gleisen.

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Ich werde bei diesem Bild sehr an den heutigen Zustand erinnert. Dämmriges Licht, selbst bei (anscheinend) gleißendem Sonnenschein. Aller Anschein nach sollen die Gleisanlagen ebenfalls eine neue Überdachung erhalten; ansonsten wären die hellen Zugänge zu den Gleisen nicht zu erklären. Man darf bei der Betrachtung der Bilder nicht vergessen, dass es sich hierbei um Wettbewerbsperspektiven handelt und die Detailarbeit noch gar nicht begonnen hat.

Ich bin gespannt auf den Umbau und das Ergebnis, das wir eh erst in einigen Jahren begutachten können.
Lykke till og en godt resultat.

Es wird auf jeden Fall mal wieder Zeit, nach Norwegen zu fahren. :)

Das Bildmaterial ist &#169 von SpaceGroup und aus dem Pressematerial zum Wettbewerbsbeitrag entnommen (das eine höhere Auflösung bietet – vorbeischauen lohnt sich).

[ gefunden bei bustler über Super Colossal, einem jungen Architekturbüro in Sydney mit Schweizer Internetadresse ;), über die ich gestolpert bin, als ich ein „theme“ zu mint gesehen habe, das sie entwickelt haben und frei zur Verfügung stellen ]

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