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Kein Schutz, nirgends (N1)

Zwangsehen, Ehrenmorde, Gewalt in der Ehe.
Davon wird ab und an in der Presse berichtet. Ottonormalverbraucher hört erst hin oder schaut sofort weg. Die Gedanken sind schnell bei einem anderen Thema. Nicht sehen, nicht handeln ist nunmal viel einfacher.

Dies will Gülsen Celebi ändern.
Sie vertritt als Rechtsanwältin für Familienrecht in Düsseldorf oft Frauen, die in der Ehe von ihrem Mann missbraucht werden. Diese Phänomen zieht sich unabhängig von der Nationalität durch unsere (und bestimmt auch andere) Gesellschaften. Sie merkt an, dass deutsche Frauen schneller Hilfe in Anspruch nehmen als zum Beispiel türkische Frauen.

Aus diesem Grund hat sie folgendes Buch geschrieben:

Cover: Kein Schutz, nirgends

mit dem Untertitel:
Warum die deutsche Justiz den Ehrenmord an Rukiye P. nicht verhindert hat.

Rukiye P. wurde – nachdem sie ihre Zwangsehe in einem deutschen Gericht beendete – zusammen mit ihrer gemeinsamen Tochter auf offener Straße von ihrem Mann erschossen.
Gülsen Celebi fordert mit dem Buch zum Hinsehen auf: als Beispiel für die vielen anderen Fälle, die in Deutschland passieren.

Ich habe es selbst noch nicht gelesen – möchte es jedoch tun; einfach um über den eigenen Tellerrand zu schauen und zu lernen, aufmerksamer zu sein.
Vielleicht mag sich noch jemand damit auseinandersetzen.

Das Interview ist bei Spiegel Online nachzulesen.

Link zum Buch bei Amazon s.Nachtrag

Nachtrag, 23.06.08:

Ich habe es jetzt erst mitbekommen: schon im Mai wurde per Gerichtsbeschluss der weitere Verkauf von „Kein Schutz, nirgends“ verboten. Eine Schwester der ermordeten Frau hatte geklagt und Recht bekommen. Sie kann aus Opferschutzgründen verlangen, dass im Buch genannte Details nicht in die Öffentlichkeit gelangen.
Siehe auch Meldung im Presseportal.

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