Ein Kessel Buntes Rotating Header Image

Gedanken zu Olympia 2008

Was zählt der einzelne Sportler, was zählt das Durchführen eines Sportereignisses, wenn doch das beherrschende Thema zur Zeit die Unruhen in Tibet sind? Die Unterdrückung eines Volkes wiegt schwer auf China; und das nicht allein. Tibet ist populär, verdrängt so manches, das auch aus China und deren Provinzen zu berichten wäre.
Die Diskussionen über einen möglichen Boykott der Olympischen Spiele und die Demonstrationen bei den Fackelläufen lassen nicht nach. Zurecht und eigentlich doch sehr spät. Zu spät will ich nicht sagen.
„Eigentlich hätten die Olympischen Spiele gar nicht an China vergeben werden dürfen“, heißt es. „Doch gerade an China“, sagen andere. Hatte China nicht gerade auch in Fragen der Menschenrechte im Hinblick auf Olympia Besserung versprochen?

Hätte, wäre , sollte. Schwierige Fragen. Anscheinend keine leichten Antworten. Vor allen nicht für jene, die mit China weiterhin wirtschaftliche Verbindungen und starke Interessen haben, dass diese nicht unterbrochen oder abgerissen werden.
Welches Land kann sich da heute noch von freisprechen? Es heißt, die USA hätten den Irak-Krieg nicht bestreiten können, wären da nicht die starken wirtschaftlichen Verbindungen mit China gewesen.

Die Athleten diskutieren auch. Sie überlegen, wie sie Zeichen setzen können ohne gleich in Gefahr zu laufen, ausgeschlossen oder gar eingesperrt zu werden. Bei den Netzathleten wird ein Armband angeboten, das genau dieses erreichen soll. „Sports for Human Rights“ steht drauf.
Ob es erlaubt sein wird, hoffen die Betreiber der Seite. Ich glaube, ganz sicher sind sie sich auch nicht.

Schon vor einiger Zeit wurde ich auf die Seite „For the People of Tibet“ aufmerksam gemacht und ich habe dort auch meinen Namen eingetragen. Gestern erreichte mich ein erneuter Aufruf, der wie Ketten-Emails durch das Netz wabbert.
Es ist keine Petition. Die Liste soll nicht eingereicht werden, heißt es in den Erläuterungen. Es setzt nur im weltweiten Netz ein Zeichen. Ob man es aus China aus aufrufen kann? Auch das ist zu bezweifeln.

Bei Cem Basman gibt es eine interessante Diskussion.
Für Diskussionsbeiträge wäre ich hier auch dankbar.

-->

bisher 2 Kommentare

  1. Marco sagt:

    Ich bin immer wieder bestuerzt, wie oft – immer – wirtschaftliche Interessen im Mittelpunkt vieler Berichte un dDiskussionen stehen. Es wird sich lautstark druber ausgelassen, „“wie schlimm ein Abbrechen der Spiele wirtschaftlich waere, von Boykotts ganz zu schweigen“ – Athleten befuerchten um ihre Chance, ihre Medaille zu gewinnen – blablabla – es geht hier um Menschen! Um UNS, wie wir damit umgehen, wir wir miteinander umgehen !

  2. Ingo Pudlatz sagt:

    Ja, Marco, das siehst du richtig.
    Allerdings geht es in den Berichten um die wirtschaftlichen Gründe, weil es eben auch bei Olympia darum geht. Das es so ist, merkt man daran, dass die Verantwortlichen im IOC nicht daran denken, die Spiele nicht stattfinden zu lassen.
    Zeichen setzen heißt zu handeln: indem man vor Ort öffentlich Stellung bezieht oder medienwirksam erst gar nicht teilnimmt, wenn wirklich der Startblock leer bliebe. Nur frage ich mich, ob es nicht auch Nachzügler für die Startplätze geben wird.

Raum für einen Kommentar